Ausfallgeld

  • Ausgleich bei witterungsbedingten Arbeitsausfällen in den Monaten April, Oktober, November
  • Sicherung der ganzjährigen Beschäftigung
  • Erstattungsleistung
Ausfallgeld

Allgemein

Branchenspezifisch weist das Dachdeckerhandwerk eine hohe Witterungsabhängigkeit der Arbeitsplätze auf.

Zum Ausgleich der dadurch entstehenden Nachteile sichern und fördern die tarifvertraglichen Regelungen zum Ausfallgeld die Aufrechterhaltung der Beschäftigungsverhältnisse während der Winterperiode.  

Damit leistet SOKA-DACH einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Arbeitsplätze in den Betrieben des Dachdeckerhandwerks.

Finanziert werden diese Leistungen durch tarifvertraglich festgelegte Beitragszahlungen, die von den Dachdeckerbetrieben an SOKA-DACH abgeführt werden.

Geltungsbereich

Betrieblich:

Alle Dachdeckerbetriebe in der Bundesrepublik Deutschland.   Diese Betriebe wie auch selbstständige Betriebsabteilungen Dachdecker fallen grundsätzlich als Ganzes unter diese Tarifverträge.

Persönlich:

Alle gewerblichen Arbeitnehmer, die eine nach den Bestimmungen des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VI) versicherungspflichtige Tätigkeit ausüben.

Anspruchregelungen

Wird die Arbeit in den Monaten April, Oktober oder November ausschließlich aus zwingenden Witterungsgründen an einem Tag für mindestens eine Stunde eingestellt, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein tarifliches Ausfallgeld. 

Das Ausfallgeld wird für jede Ausfallstunde, höchstens für 53 Stunden im Kalenderjahr als Lohn-ersatzleistung gezahlt.

Die Höhe des Ausfallgeldes beträgt 75 % des durchschnittlichen Stundenlohnes.

Bemessungsgrundlage zur Berechnung des Ausfallgeldes für den Monat April ist der durchschnittliche Stundenlohn, den der Arbeitnehmer in den Monaten Mai bis September des vorangegangenenJahres erzielt hat.

In den Monaten Oktober und November erhöht sich dieser Stundenlohn um den Prozentsatz, um den sich der Ecklohn im laufenden Kalenderjahr erhöht hat.

Kann der durchschnittliche Stundenlohn nicht ermittelt werden, ist als Berechnungsbasis für das Ausfallgeld der vereinbarte Stundenlohn zugrundezulegen.

Bei Arbeitnehmern, die Leistungslohn (Akkordlohn) erhalten, beträgt das Ausfallgeld 75 % des vereinbarten Stundenlohnes zuzüglich 25 %.

Das Ausfallgeld wird mit der Lohnzahlung für den Monat fällig, in dem die Ausfallstunden angefallen sind.

Das an die Arbeitnehmer ausgezahlte Ausfallgeld erhält der Arbeitgeber von SOKA-DACH erstattet.

Darüber hinaus werden dem Arbeitgeber die für das Ausfallgeld zu tragenden Sozialleistungen in Höhe einer Pauschale von 23 % erstattet. Hierdurch werden die Sozialabgaben der Betriebe zusätzlich abgefedert.

Arbeitgeber-Info

Für die Beantragung des Ausfallgeldes stellen wir Ihnen automatisch für jeden gewerblichen Arbeitnehmer und den jeweiligen Anspruchsmonat einen Erstattungsantrag zur Verfügung.

In dem Erstattungsantrag wird im Regelfall der durchschnittliche Stundenlohn des Arbeitnehmers  sowie der Stundensatz des Ausfallgeldes durch uns bereits ausgewiesen.

Multiplizieren Sie bitte den Stundensatz des Ausfallgeldes mit der Anzahl der angefallenen witterungsbedingten Ausfallstunden und tragen Sie die Stunden sowie den Erstattungsbetrag in den Antrag ein.

Anschließend reichen Sie bitte den durch Sie unterschriebenen Originalantrag auf dem Postweg bei uns ein. Die Durchschrift des Antrages händigen Sie bitte Ihrem Arbeitnehmer aus.

Sobald der Originalantrag bei uns eingegangen ist und geprüft wurde, erstatten wir Ihnen den Ausfallgeldbetrag zuzüglich einer Pauschale von 23 % für die von Ihnen zu tragenden Sozialleistungen.

Verfallfristen für den Arbeitgeber:
Ansprüche auf Erstattung des Ausfallgeldes verfallen, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf des Jahres, in dem sie entstanden sind, gegenüber SOKA-DACH geltend gemacht wurden.

Arbeitnehmer-Info

Als gewerblicher Arbeitnehmer im Dachdeckerhandwerk haben Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber in den Monaten April, Oktober oder November Anspruch auf Zahlung eines tariflichen Ausfallgeldes. 

Der Anspruch entsteht, wenn Sie in den genannten Ausfallgeldmonaten wegen schlechter Witterung nicht arbeiten können. 

Gezahlt wird das Ausfallgeld ab der ersten vollen Ausfallstunde, höchstens für 53 Ausfallstunden je Kalenderjahr. 

Das Ausfallgeld ist eine tarifliche Lohnersatzleistung. Wir bitten Sie daher darauf zu achten, dass das Ausfallgeld weder mit Ihren Guthabenstunden (Arbeitszeitkonto) noch mit Urlaubstagen verrechnet wird. 

Ausgezahlt wird Ihnen das Ausfallgeld mit dem Lohn für den Monat, in dem die Ausfallstunden angefallen sind. 

Zu Ihrer Kontrolle erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber einen Nachweis über das für Sie mit uns abgerechnete Ausfallgeld. Bitte gleichen Sie daher die Daten des Antrages mit der jeweiligen Lohnabrechnung ab.

Verfallfristen für den Arbeitnehmer:
Ihre Ansprüche auf Auszahlung des Ausfallgeldes verfallen mit Ablauf des 31. Mai.

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